Kaufunger Kindertheater e.V. Ballons

 

Gallerie/Blog 2011

 

KAUFUNGER KINDERTHEATER e.V.

 

Diesen Artikel schrieb Christa Grill eine Mitbegründern des KKT die schon seit mehr als 30 Jahren dem Verein angehört im Rahmen der Tausend Jahrfeier der Gemeinde Kaufungen.

Aus diesem Anlass wurde ein Buch mit dem Titel „ 1000 Jahre Kaufungen – Arbeit Alltag Zusammenleben“ mit der Chronologie der Gemeinde herausgegeben, zu der Kaufunger Bürger mit Erinnerungen und Geschehnissen aus ihrem Leben beigetragen haben.

 

Unsere Geschichte beginnt – wie es sich im „Märchen-Landkreis“ gehört – wie in einem Märchen.

Es war einmal …

 

ein Kindergarten in Kaufungen, und dort waren Eltern von Kindergartenkindern von dem Gedanken fasziniert: Wir spielen ein Weihnachtsmärchen für unsere Kinder!

Und siehe da, nicht nur die Kinder waren begeistert, nein, auch die anderen Eltern fanden es einfach toll, was da auf die Beine gestellt worden war.

Und so kam es, dass dieses kleine Stück, das ja nur mal so aufgeführt werden sollte, plötzlich der Auslöser für eine Idee wurde.

 

Das Kaufunger Kindertheater war geboren!

 

Das war im Jahr 1979. Schon im nächsten Jahr waren alle Feuer und Flamme für eine neue Inszenierung, nämlich „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler.

Ehe man sich versah, wurde aus einer einmaligen Gelegenheit eine Institution, die aus der Vorweihnachtszeit in Kaufungen nicht mehr wegzudenken ist.

So ist es also gekommen, dass das Kaufunger Kindertheater sich von einer Laienspielgruppe zu einer Amateurtheatergruppe gemausert hat. Wie es sich für eine solche Amateurbühne gehört, wurde ein Verein gegründet, der mittlerweile schon sein 30-jähriges Bestehen feiert.

Natürlich steht als Vereinsziel in der Satzung, dass das Kaufunger Kindertheater (KKT) Stücke für Kinder aufführt, und so ist es bis heute geblieben. In jedem Jahr wird in der Adventszeit ein Kinderstück in Szene gesetzt, und das Programm reicht von Märchen, wie „Das tapfere Schneiderlein“ oder „Die Wawuschels“ über „Eine Woche voller Samstage“ und „Jim Knopf und die wilde 13“ bis hin zum „Zauberer von Oz“, „Das Dschungelbuch“ und „Peterchens Mondfahrt“. Weil die Nachfrage groß war, ging man auf Tournee und spielte in der näheren Umgebung auch auf fremden Bühnen mit großem Erfolg.

Für Kinder ist ein Märchen besonders schön, wenn auch die Kulissen sie in die Märchenwelt entführen. Deshalb ist es eine große Tradition des KKT, das sich eine Gruppe von Bühnenbauern und –Malern, Ton- und Lichttechnikern sowie Maskenbildnern und Kostümschneiderinnen um die Ausstattung der Stücke kümmern. Und diese Ausstattung löst immer wieder Begeisterung beim Publikum aus.

Damit das Arbeiten für diese Kulissenteile den Künstlern an Säge und Pinsel auch Spaß macht, wurde nach einer langen Zeit der Improvisationen mit der Genehmigung der Gemeinde direkt neben dem Bürgerhaussaal, in dem unsere Stücke aufgeführt wurden, mit eigener Kraft und fast eigenen Mitteln eine moderne Werkstatt gebaut. Auch hier zeigte sich der Zusammenhalt der Gruppe, wenn freiwillige Arbeitsstunden der Männer geleistet wurden und die Frauen dann abwechselnd für das leibliche Wohl der „Malocher“ sorgten.

 

Bald hat sich herausgestellt, dass die Talente der Gruppe nur mit Märchenspielen nicht ausgeschöpft waren, und so wurden in unregelmäßigen Abständen mit großem Erfolg auch Stücke für Erwachsene in Angriff genommen, insbesondere Komödien. Außerdem bildeten sich weitere Gruppen innerhalb des KKT’s, die mit Mundart-Sketchen oder als Männerballett bald auch außerhalb der Kaufunger Grenzen bekannt wurden.

Bei allem Spieleifer und dem damit verbundenen Zeitaufwand für Proben und Aufführungen kommen beim KKT aber auch die Geselligkeit und das Vereinsleben nicht zu kurz. Wochenendfahrten, Wanderungen mit Fahrrad oder per pedes, Grillnachmittage oder Schlittenpartien, es gibt immer einen Grund, sich auch außerhalb der Spielsaison zu treffen. Auch am kulturellen Leben der Gemeinde hat das KKT regen Anteil und Heimatfeste oder Dorftage sind ohne Mitwirkung des KKT eigentlich nicht denkbar.

Auch an den Nachwuchs wird gedacht. So treten Kinder und Jugendliche im Alter von 7 – 16 Jahren in die Fußstapfen der Erwachsenen und sind mit Feuereifer und viel Spaß dabei. So mancher Nachwuchsspieler bzw. – Spielerin, die jetzt im großen Weihnachtsmärchen oder Komödie mitspielen, haben sich über die Kinder- und Jugendgruppe die ersten Sporen auf den Brettern, die die Welt bedeuten, verdient.

So verabschiedet sich das Kaufunger Kindertheater mit einem 3-fachen:

 

VORHANG AUF – VORHANG AUF – VORHANG ZU

 

 

Wir waren Schippelessen

 

Bereits am 26.02.2011 hatten sich viele KKT’ler zum alljährlichen Schippelessen im Waldschlösschen bei Großalmerode eingefunden.

So fuhr man mit der Straßenbahn nach Helsa, sowie mit dem Bus weiter nach Großalmerode, und legte bei einem gemeinsamen und vor allem gemütlichen Spaziergang die kurze Wegstrecke bis zum Waldschlösschen zurück. Unterwegs sammelte man noch den einen oder anderen Nachzügler ein und erreichte gegen 17.45 Uhr zur besten Abendbrotzeit die Lokalität im Fahrbachtal, um sich sogleich gemütlich nieder zu lassen.

Vorab konnte wer wollte noch Kaffee und sehr leckeren Kuchen genießen. Und so saßen alle KKT’ler zusammen an einer großen Tafel, der angefeuerte Kachelofen prasselte und knackte im Hintergrund und wärmte uns so richtig auf.

So ließen wir uns, bei einem kühlen Bier und netten Gesprächen die aufgetischten Schippel und die dazu gereichten verschiedenen Wurstsorten so richtig schmecken. Gegen 19.30 Uhr begab man sich auf den Heimweg, und da es bereits Dunkel war, kamen die mitgebrachten Taschenlampen hier gut zum Einsatz.

Am Ortseingang von Großalmerode erwartete uns Anni’s Marketenderwagen mit warmen Getränken für Jung und Alt, sowie leckeren warmen Brezeln. Hier standen alle noch einmal gemeinsam beieinander, schnuddelten, tranken Glühwein und ließen den schönen Abend langsam ausklingen.

Eine runde Sache für Jung und Alt, schön organisiert von unserem Dreigestirn vom Festausschuss.

 

Text: Dirk Brückmann

 

 

KKT on Tour

 

Stadtrundfahrt hop on hop off

mit dem Bus quer durch Kassel

 

Seit einiger Zeit gibt es in Kassel, wie auch schon in anderen Städten, die Möglichkeit eine Stadt per Bustour zu erkunden.Mit den so genannten hop on hop off Bussen von Kassel Tourist machte sich das Kaufunger Kindertheater auf, Kassel aus einer neuen ungewohnten Perspektive kennen zu lernen.

Die aus dem fernen Kaufungen angereisten KKT’ler trafen sich am Abfahrtspunkt des Busses am Staatstheater.

Aufgrund des teilweise sonnigen Wetters und der angenehmen nicht zu heißen Außentemperaturen wollten alle das Openair Gefühl mit so einem großen Bus genießen, was jedoch der Fahrer gleich wieder zunichte machte.

Leider hat Kassel nicht, wie viele andere Städte in Deutschland eine U – Bahn, sondern eine Straßenbahn mit einer Oberleitung, darum ist es hier nicht gestattet das Dach zu öffnen und die Stadt in dieser Höhe bei einer Stadtrundfahrt Openair zu genießen.

So ging es durch die Aue über die Frankfurter Str. und die Wilhelmshöher Allee hinauf bis zum Schloss Wilhelmshöhe. Danach machte man sich auf den langen steilen Weg zum Wahrzeichen der Stadt Kassel dem Herkules. Lang war sicherlich nicht die Fahrtstrecke, sondern wohl mehr die Zeit die der Bus brauchte um die Strecke zu bewältigen.

Scheinbar litt unser Gefährt unter Altersmüdigkeit und fuhr die Strecke hoch bis zum Herkules in Schrittgeschwindigkeit, so dass der Fahrer die Mitreisenden davor „warnte“ auszusteigen und den Bus anzuschieben. Am Herkules angekommen, konnte man während einer kleinen Pause, die Fernsicht über Kassel genießen, bevor es diesmal recht flott nach Kassel zurück ging, zumindest kam es uns so vor.

Zurück in der Stadt streifte man noch den Hauptbahnhof, die Lutherkirche sowie die Martinskirche, bevor man sich dem Höhepunkt der Stadtrundfahrt, dem großen Kreisel näherte. Dieses architektonische Meisterwerk Deutscher Straßenbaukunst durfte man auf keinem Fall dem ausländischen Publikum vorenthalten, und so konnte dieser während einer vollen Runde ausführlich genossen werden.

Am Ausgangspunkt wieder angekommen, machte man sich flugs zurück ins schöne Kaufungen und traf sich zu einem gemütlichen Abend in der Werkstatt des KKT. Hier hatte unser Alfred vom Festausschuss schon reichlich Würstchen und Steaks für uns zubereitet. Bei Kartoffelsalat, Gegrillten und div. Getränken ließ man den Nachmittag noch mal Revue passieren.

Vielen Dank an den Festausschuss für den Nachmittag und die neuen Eindrücke rund um eine vom Krieg stark gebeutelte Stadt, in der architektonische Höhepunkte doch leider sehr rar sind.

 

 Text: Dirk Brückmann

 

Händler, Handwerker, Knottenfresser

Bericht vom stehenden Festzug Oberkaufungen,

 

Das Kaufunger Kindertheater setzte beim stehenden Festzug zur 1000 Jahrfeier in Oberkaufungen auf schauspielerische Akzente und beteiligte sich darüber hinaus noch mit einem mittelalterlichen Lagerleben. Aus diesem Anlass präsentierte das KKT bei fünf Aufführungen eine ganz andere Form der Grimmschen Märchen und zeigte mit dem Stück  „Es war einmal….“ dem Zuschauer die private Seite der Märchenwelt. Ein Dieb und zwei Kinder hatten sich in die Märchenwelt verirrt, und sorgten mit ihrem Dasein für viele Verwirrungen, welche sich aber letztendlich, wie immer im Märchen zum Guten wendeten.

Das mittelalterliche Lagerleben des KKT auf dem Innenhof des Kreuzganges der Stiftskirche begann am Samstag, bei schönstem Sonnenschein,  für alle Beteiligten bereits um 10.00 Uhr mit diversen Vorbereitungen. Alle teilnehmenden KKT’ler hatten sich mit bunten Gewändern gekleidet. Vielfach sah man auch verzierte Messerhüllen und Gürtel sowie der Zeit entsprechende Kopfbedeckungen bei Männer und Frauen.

Tausend Jahre Kaufungen  Tausend Jahre Kaufungen  Tausend Jahre Kaufungen

 Da alle im Lager zum Mittagessen Gulaschsuppe essen wollten, schnippelten die holden Damen fleißig alle Zutaten in einem großen Topf. Sodann köchelte die Suppe einige Stunden über dem offenen Feuer vor sich hin, und alle warteten mit hungrigen Magen auf das OK unseres Lagerkochs zum Essen fassen. Ein weiteres Highlight unseres Lagerplatztes war das übergroße Wappen der Gemeinde Kaufungen, welche von unserem Bühnenbau in mehreren Wochen mühvoller Arbeit hergestellt wurde. Auch wurden Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens gezeigt sowie das mühvolle Weben mit einem der damaligen Zeit entsprechenden Webrahmen.Unsere fahrender Medicus mit seinem Gehilfen verkaufte wohlschmeckende Arzneien, welche bei der vorbeilaufenden Volkesschar einen reißenden Absatz fand.

Den Samstagabend verbrachte man in geselliger Runde mit anderen Kaufunger – Vereinen. Bei milden Abendtemperaturen saß man im Innenhof der Stiftskirche. Hier spielte eine Gruppe von Barden mittelalterlicher Musik und gab Gesang zum Besten. Scheinbar hatte sich eine Hexe unter das feiernde Volk gemischt, jedoch wurde Sie rechtzeitig entdeckt und so wollte man Sie ihrer gerechten Strafe zuführen, “ dachte man“?

Unsere Hexe war aber sehr schlau, konnte sie doch mit verbunden Augen alle dargestellten Gegenstände erkennen und mit Hammermäßigen Antworten ihre Unschuld beweisen. So durfte Sie nach Prüfung ihrer weltlichen Reinheit unter das johlende Volk zurückkehren.

Tausend Jahre Kaufungen

 

Eine vorgeführte Feuerschau mit schwingenden Fackeln kreiselnden und rotierenden Feuerketten und großen Flammenballons bildeten in der Dunkelheit eine ganz eigene Faszination und rundete den lustigen Abend ab.

Tausend Jahre Kaufungen 

 Tausend Jahre Kaufungen

 

Der Sonntag begann mit wolkenverhangenem Himmel, aus dem am Vormittag dicke Regentropfen auf unser Lagerleben fielen und zum Ausfall der ersten Vorstellung führten. Glücklicherweise hörte der Regen später auf, und so konnte man dann doch noch den Tag mit Schauspiel und dem mittelalterlichen Lagerleben bis zum Ende der Veranstaltung  genießen.

Text: Dirk Brückmann

Bilder: Florian Brückmann

 Stehender Festzug